Portrait Peter Doeberl
 
In England herrschte riesige Freude, als am 14.11.1948 Thronfolger Prinz Charles zum ersten Male so richtig aufschrie: "Ich bin da". In einem kleinen Dorf in Oberfranken war das in der gleichen Nacht im gleichen Tag sehr ähnlich - da kam Peter Doeberl auf die Welt, schrie lauthals auf und der Vater sagte damals: "Prinz bist Du nicht. Schreiber, Maler und Musiker darfst Du nicht werden, das ist brotlos". Und der Peter, Thornfolger bei Doeberl-Glenda aus Tirschenreuth, sprang in die Welt und sagte irgendwann: "Dann werde ich Pfarrer."

Damit wäre eigentlich alles gesagt. Pfarrer wurde er nicht. Lehrer auch nicht. Aber nach Schule (die vielen Liebesbriefe der Mitschülerinnen) und Gymnasium ("Doeberl, Sie sind ein Dackel", sagte der damalige Klassenlehrer, der heute Stadtpräsident ist, wegen der langen Haare), begann das tägliche Wechselbad: Mal als Kaufmann, mal als Flächenmaler, mal als Dekorateur, mal als Strassenpinsler, mal als Bauarbeiter, mal als Tramper, mal als Programmierer (die Nachbarn fragten: "Was ist das?") und mal als DJ (Balla balla) schob sich DOE, wie er sich nannte, durch die ersten 25 Jahre. Mehr recht als schlecht, aber sicherlich nicht gut: Immer nur Servelatsalat.

Mit der Heirat wurde alles anders: Die Servelats wurden anders, die Beigaben auch und plötzlich war da auch noch Salat dabei. Es ging aufwärts. Und Sarah kam auf die Welt, die Tochter, die schon bei der Geburt ebenso schrie wie der Vater damals. Doeberl war damals, 1974, Programmierer bei einem grossen Hersteller, der inzwischen japanischerseits aufgekauft wurde. Inzwischen waren die DOEs umgezogen, von Winterthur in den Oberaargau, den manche das vordere Emmental nennen. Freude herrschte: Weg aus der Stadt, mitten ins Landleben. Doeberl machte Systemprogrammierung, projektierte projizierend Projekte und zog sie durch, für grosse und mittlere Firmen, und 1977 sagte er sich: "Nein, ich muss schreiben."

Das hatte er früher schon gemacht, Schülerzeitungen im Gymer, giftig für damals, Undergroundhefte wie den legendären "Engelmacher" oder den "Mäander" zusammen mit Freund und Blutsbruder Eugen. Der war und ist noch heute Maler. Und dann ging plötzlich alles rasend schnell: Dorfzeitung, Lokalzeitung, Regionalblätter, grosse Tageszeitungen wie die Bündner Zeitung, der BUND, die kleine Töchter der BZ von damals, die sich dann eben zur Berner Zeitung zusammenschlossen, und der freie Schreiber ("Du darfst nie Schreiberling werden, Coiffeur ist sicherer") war für ein paar Jahre Reporter bei einem grossen Boulevardblatt. "Da lernte ich das Handwerk", sagt er heute.

Dann noch fünf Jahre Marketingler, "Tender", sagt er heute, dann nur noch Schreiben. Vater war schon lange tot, Mutter auch, der DOE schrieb sich durchs Leben, Jahr um Jahr und irgendwann war er bekannt wie ein roter Hund. Die Anti-AKW Bewegung. Die Jugendkrawalle. Mord hier, Totschlag da und dann die Informatik. Commodore 64, Apple II, der erste PC - die Digitalensis statt die No Bock Gefühle. "War gut, damals", sagt er.

Und dann nur noch IT, jedenfalls eine Zeit lang, als aus dem Silicon Valley noch Signale kamen. In New York fragt man ihn, ob er Texaner sei, nein doch "Berner", in Mannheim fragt man ihn, ob er immer so spät aufstehe, nein doch, eben Berner, und die vielen Hefte, Magazine und Zeitungen, die er entwickelt hat, vergisst er dann wieder: "Schreiben."

Das macht er heute noch. Als anerkannter (immer noch der rote Hund) Journalist dient sich DOE durchs Leben. Frei und ungebunden. Er leistet sich sogar, Aufträge abzulehnen: "Lieber ein Servelat statt des Steaks." Also eine klare Linie. Mehr darüber erfahren Sie per Email - DOE sendet Ihnen sicherlich auch seine Referenzen und ebenso seine Präferenzen.
 
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